Fallstudie: N26 – eine deutsche Smartphone-Bank schreibt Geschichte

Wer bei der 2013 gegründeten ‚Smartphone-Bank‘ N26 aus Berlin ein kostenloses Konto eröffnen möchte, identifiziert sich zunächst über das Smartphone per Video-Call. Binnen Sekunden wird ein neuer Dispo-Rahmen bewilligt – sofern die Risikoeinschätzung dies zulässt. Überweisungen erledigt die Bank in Echtzeit, wobei der Empfänger bequem per Klick aus der Kontaktliste ausgewählt werden kann. Intuitiv, unkompliziert und doch elegant stehen bei N26 die Kund:innen im Mittelpunkt. Denn N26 wächst wie keine zweite Bank. Verzeichnete sie im März 2017 300.00 Kund:innen, so kümmert sich die Bank ein Jahr später um 850.000 Kund:innen. Das Geheimnis dahinter liegt einerseits in den hoch skalierbaren und automatisierten Prozessen, die bei 850 Kund:innen den gleichen Kundenservice erlauben wie bei 850.000 Kund:innen, und andererseits in der Transparenz und Augenhöhe, mit der N26 Kund:innen begegnet. Bei Überziehen des Kontos erhalten diese umgehend eine freundlich verfasste Push-Nachricht und können so vor Fälligkeit des Dispozinses ihren Kontostand ausgleichen. Auch die „Kosten für das Konto werden nicht schamhaft in seitenlangen PDFs versteckt, sondern in den FAQs aufgeführt, und zwar eingekocht auf fünf verständliche Bulletpoints“[1].[2]

Geld verdient N26 unter anderem durch kostenpflichtige Premiummodelle beim Girokonto. Um diesen Kund:innen einen Mehrwert zu bieten, ist N26 u.a. eine Partnerschaft mit dem Coworking Anbieter Wework eingegangen. Die Bürofläche also Incentive für das Premiumkonto? Besitzer:innen der Metall-Karte können so weltweit die Gemeinschaftsbüros nutzen. Inzwischen, so das Unternehmen, hätten 30 Prozent der Kund:innen ein kostenpflichtiges Premiumkonto. Zusätzlich verdient das Unternehmen an Krediten, die sie selbst vergeben oder über den Kooperationspartner Auxmoney vermitteln. Auch bietet das Unternehmen auf Provisionsbasis Dienstleistungen anderer Partner an. Dazu zählen u.a. vom Berliner Startup Weltsparen angebotene Festgeldkonten oder Angebote des internationalen Überweisungsanbieters Transferwise.[3]


Beitragsbild: Screenshot n26.com (13.07.2021)

[1] Pampel (2016)

[2] Vgl. Dörnfelder (2018) & Neuhaus & Voss (2018)

[3] Vgl. Startup Valley (2017), Dörnfelder (2018) & Neuhaus & Voss (2018)


Pampel, B. (2016): Fintech-Banken: die kleinen Alternativen zu Großbanken? in: UTOPIA (17.08.2016), https://utopia.de/ratgeber/fintech-banken/

Dörnfelder, A. (2018): Seine Bank gewinnt gerade Kunden wie kaum eine zweite in Europa. In: orange by Handelsblatt (20.03.2018), https://orange.handelsblatt.com/artikel/41855

Neuhaus & Voss (2018): „Wir haben bald eine Million Kunden“. In: Der Tagesspiegel (15.04.2018), https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/smartphone-bank-n26-wir-haben-bald-eine-million-kunden/21176886.html

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