Mobile Payment ist eine (R)Evolution!

Wer sich als Bank dagegen entscheidet, mobile Payment-Lösungen für seine Kund:innen anzubieten, muss sich darüber im Klaren sein, dass „sie sich gerade aus der Zukunft des Zahlungsverkehrs verabschieden“ und Kund:innen direkt in die Arme von FinTechs wie PayPal treibt, wie es der IT Finanzmagazin-Autor Rudolf Linsenbarth äußerst passend formuliert.

Banken müssen jedoch nicht gleich eine eigene Mobile Payment App konzipieren, entwickeln und auf den Markt bringen. Stattdessen haben sie zahllose — auch PSD2-konforme — Möglichkeiten, auf bewährte Plattformen und Systeme von Drittanbietern zu setzen. Banken können sich beispielsweise zunächst auf die Entwicklung eines eigenen User Interface (Front-end) im Look und Feel der Bank konzentrieren, während das Back-end auf Hardware und API-Schnittstellen externer Dienstleister:innen aufbaut. Wem auch dafür die Ressourcen (Zeit/ Geld/Know-How) fehlen, für den oder die könnte auch die direkte Kooperation (bis hin zum Managed Service) mit etablierten Alternativen wie Google Pay oder Apple Pay interessant sein.

„Solange Apple Pay die einzige Möglichkeit ist, mit einem iPhone an der Ladenkasse zu zahlen, wäre es aus Sicht der Sparkassenkunden wünschenswert, ApplePay für Zahlungen nutzen zu können. Beide Partner haben also etwas davon.“

—Sibylle Strack, Beraterin für Retail Banking, Payments und FinTech.

Mobile Payment ersetzt die Bankkarte

Besonders bei den Bezahlverfahren hat sich einiges getan. So unterscheidet man zwischen Online Payment, bei welchem Bezahlvorgänge über Computer abgewickelt werden können, Mobile Payment, bei welchem mobile Endgeräte als Medium dienen, und Social Media Payment, welches sich auf die Erfassung und Abwicklung von Zahlungen direkt aus Social Media-Kanälen heraus bezieht.

Für viele Kund:innen ersetzt das Smartphone schon heute die Bankkarte. Einige Kund:innen migrieren sogar schon zum rein mobilen Konto, „bei dem die gesamte Kontoführung über das mobile Endgerät abgewickelt wird“. Fast die Hälfte (42%) der Smartphone-Nutzer:innen machen auch Gebrauch von Mobile Payment-Angeboten. Besonders das Geld überweisen an Bekannte (Peer-to-Peer, P2P) und das Bezahlen an der Kasse haben sich durchgesetzt. 42,8% der Deutschen über 40 Jahre bevorzugen beim Kauf im Online-Handel Online-Bezahlsysteme, 31,3% den Kauf auf Rechnung, 11% die Kreditkarte und nur 3,5% die Vorauskasse (Stand 2016). Von den 18-39-Jährigen bevorzugen 42,4% Bezahlsysteme, 25,1% den Kauf auf Rechnung, 6,2% die Kreditkarte und 7,2% die Vorauskasse. Silver Surfer sind unter den digital-affinen Gruppen die Nachzügler, holen aber rasant auf. 2016 nutzten sieben% der Zielgruppe Mobile Payment-Angebote mindestens monatlich. 2017 waren es schon 12%.

Eine weitere wichtige Innovation der letzten Jahre im Bereich Payment ist die Überweisungsformularerfassung mittels Smartphone. Hierzu werden Überweisungsformulare oder Rechnungen direkt über die Kamera des Smartphones oder Tablets aufgenommen und erfasst. Außerdem können Kund:innen beim so genannten Kontovergleich verschiedener Konten unterschiedlicher Banken vergleichen. Ähnlich gehen auch Kreditkartenmixoptimierer vor. Diese bündeln Kreditkarten-Anbieter und sprechen aufgrund spezieller Kriterien wie Geschäft, Ort oder Bonusprogramm für jede konkrete Zahlungstransaktion eine Empfehlung für die Nutzung der passenden Karte aus.

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